Seit unserer Piloterhebung von Antidiskriminierungs- und Gleichstellungsdaten (ADGD) in 2018 am Beispiel der Berliner Verwaltung ist das bundesweite Interesse am Thema und an Daten weiterhin ungebrochen. Immer mehr Organisationen, Netzwerke und Berater*innen aus unterschiedlichen Sektoren widmen sich dem Thema und kommen auf uns zu, was auch dazu führte, dass wir im letzten Jahr bei vielen Veranstaltungen Vorträge und Präsentation halten und viele Seminare und Workshops zum Thema geben konnten. Darüberhinaus haben wir in der Vergangenheit weitere Erhebungen auf den Weg gebracht, z.B. in Berliner Kultureinrichtungen oder bei fördernden Einrichtungen. Unser Erhebungsinstrument haben wir unter Beteiligung der betroffenen Communities und Expert*innen ständig weiterentwickelt. Neben den sechs Diskriminierungsdimensionen des Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG) erheben wir nun auch sozial Herkunft und sozioökonomischer Status, Ost- und Westsozialisation, namtlich festgestellte Schwerbehinderung und Gewichtsdiskriminierung und haben ein Fokus auf das Arbeitsklima gelegt.

 

Erhebungen im Film, Community und Politik

In diesem und im kommenden Jahr werden wir die Erhebung von Antidiskriminierungs- und Gleichstellungsdaten deutlich ausbauen, z.B. in der Filmbranche, in der Politik und der öffentlichlichen Verwaltung. Dazu gehört dann hoffentlich auch die Weiterführung der Erhebung in der Thüringer Landesverwaltung – VET.

Mit einem dutzend zivilgesellschaftlichen Organisationen aus der Filmbranche initiieren wir gemeinsam mit „Vielfalt im Film“ die erste Erhebung zu Vielfalt und Diskriminierung unter 30.000 Filmschaffenden in Deutschland, mit Berufen vor und hinter der Kamera. Geplant ist die Umfrage im Frühjahr 2020 durchzuführen und die Ergebnisse auch im Rahmen der Novellierung des Filmfördergesetzes zu veröffentlichen. Bis zur Veröffentlichung der Projektwebseite im Februar können Informationen zur Erhebung unter vielfaltimfilm@citizensforeurope.org angefragt werden.

Zusammen mit Each One Teach One e.V. bringen wir mit Afrozensus zudem die erste Umfrage innnerhalb einer Community auf den Weg, die von der Antidiskriminierungstelle des Bundes (ADS) gefördert wird. In Deutschland leben über eine Millionen Menschen afrikanischer Herkunft. Ziel von AfroZensus ist es, ein möglichst umfassendes Bild zu erlangen, wie sie ihr Leben in Deutschland einschätzen und welche Erwartungen sie an die Gesellschaft und Politik haben. Die Ergebnisse werden der Community und Politik zur Verfügung gestellt. So erlangt eine der jüngsten Bevölkerungsgruppen in Deutschland endlich die Sichtbarkeit als Gruppe, die für eine bessere Interessenvertretung notwendig ist. Auf der Basis der Ergebnisse werden konkrete Maßnahmen vorgeschlagen, um rassistische Diskriminierung abzubauen und Schwarze, afrikanische, afrodiasporische Menschen zu fördern.

Im Frühjahr planen wir auch eine Umfrage unter 300 Organisationen zum Thema Antidiskriminierungs- und Gleichstellungsdaten, um zu erfahren wie weit der Fachdiskurs zu, das Wissen um und das Interesse an ADGD verbreitet ist.