Teresa Ellis BrembergerTeresa Ellis Bremberger ist wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bereich „Vielfalt entscheidet – Diversity in Leadership“. Sie kommt in unterschiedlichen Rollen in Projekten zum Einsatz, bei denen Antidiskriminierungs- und Gleichstellungsdaten mit einer intersektionalen Perspektive erhoben werden. Ihre Interessen und Leidenschaften sind vielfältig: von Projektmanagement bis Data Science. Zuletzt war sie als Projektleiterin bei EOTO e.V. in Kooperation mit CFE für den #AFROZENSUS tätig– der ersten Erhebung von Diskriminierungserfahrungen und Lebensrealitäten Schwarzer, afrikanischer und afrodiasporischer Menschen in Deutschland. Zuvor war sie Projektmitarbeiterin in einem Beratungsunternehmen für gesellschaftliche Innovationen und u.a. Teil des Teams, welches das Partizipations- und Integrationsgesetz des Landes Berlin evaluiert hat. Teresa war als Gastforscherin am Philosophischen Institut der Universität Addis Abeba und IZEW der Universität Tübingen tätig, um Bedingungen für die nachhaltige Entwicklung von Hochschulen im äthiopischen und deutschen Kontext zu untersuchen. Sie hat einen akademischen Hintergrund in Wirtschafts- und Sozialwissenschaften und besitzt einen Abschluss der Humboldt-Universität zu Berlin. Sie ist außerdem zertifizierte Social Justice und Radical Diversity Trainerin mit einem Fokus auf Antirassismus und Empowerment.

Titelbild Publikation Menschen mit Migrationshintergrund als wahlentscheidender Faktor

Menschen mit Migrationshintergrund können die Wahl entscheiden.

Etwa 7,6 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund dürfen bei der Bundestagswahl wählen – das sind 12,2 % aller Wahlberechtigten. In welchen Wahlkreisen haben Wahlberechtigte mit Migrationshintergrund auch das Potential die Bundestagswahl zu entscheiden? Erstmalig liegen nun mit der Studie von Citizens For Europe fundierte Schätzungen dazu vor.

Die geringe  Repräsentation im Bundestag ist sowohl Ausdruck der mangelhaften  Nachwuchsförderung in den Parteien als auch der fehlenden Priorisierung der Themen der Einwanderungsgesellschaft”, sagt Daniel Gyamerah, Bereichsleitung “Vielfalt entscheidet”, Citizens For Europe. 

Schlaglichter der Studie:

  • Aktuelles Machtpotential: In 167 von 299 Wahlkreisen (56 Prozent) könnten Wahlberechtigte mit Migrationshintergrund mit ihrer Erststimme das Direktmandat für den Bundestag entscheiden. In diesen Wahlkreisen übersteigt die Anzahl der Wahlberechtigten mit Migrationshintergrund den Abstand an Stimmen zwischen der erst- und zweitplatzierten Direktkandidat*in der letzten Bundestagswahl.
  • Repräsentationsdefizit: Der Anteil der Wahlberechtigten mit Migrationshintergrund beträgt 12,2 Prozent und entspricht damit mindestens 74 Bundestagsmandaten. Zur Zeit haben aber nur 58 Bundestagsabgeordnete einen Migrationshintergrund.
  • Zukünftiger Repräsentationsanspruch: 24,2 Prozent der Bevölkerung haben einen Migrationshintergrund. Daher beträgt die in Zukunft theoretisch erwartbare Anzahl an Bundestagsmandaten, die diese Gruppe repräsentieren sollte, mindestens 142 Mandate.
  • Wahlrecht für alle: Im Schnitt sind 6 von 10 Personen mit Migrationshintergrund nicht-wahlberechtigt, da das Wahlrecht auf Bundes- und Landesebene noch immer an die deutsche Staatsbürgerschaft gekoppelt ist. Dies betrifft in Städten bis zu einem Drittel der Bevölkerung.
  • Diversität gewinnt Wahlen: Für Parteien stellen Menschen mit Migrationshintergrund ein erhebliches elektorales Potential dar, wenn sie ihr personelles Angebot und ihre programmatische Ausrichtung für das diverser werdende Elektorat anpassen.

Auf Basis des Mikrozensus und Daten des Bundeswahlleiters haben Jun.-Prof. Arndt Leininger, PhD (Technische Universität Chemnitz), Julius Lagodny (Cornell University), Daniel Gyamerah und Deniz Yıldırım-Caliman (beide Citizens For Europe) mit Unterstützung von Correlaid e.V., erstmals  die Anzahl der Wahlberechtigten mit Migrationshintergrund für alle 299 Bundestagswahlkreise geschätzt.

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Vielfalt im Film: für eine inklusive und gerechtere Filmbranche

Ab dem 17.Juli 2020 sind über 30.000 Filmschaffende aus 440 Berufen der deutschsprachigen Fernseh- und Filmbranche eingeladen, an der ersten Umfrage zu Vielfalt und Diskriminierung vor und hinter der Kamera teilzunehmen. Ziel der Onlinebefragung ist es, ein Gesamtbild über Diversität und Diskriminierungserfahrungen zu erhalten und damit konkrete Maßnahmen für Filmproduktionen, Filmförderung und Politik zur Entwicklung eines gerechteren und vielfältigeren Arbeitsumfeldes herzuleiten und voranzutreiben.

Vielfalt im Film wird von einem breiten Bündnis aus über 40 zivilgesellschaftlichen, privaten und öffentlichen Akteur*innen getragen. Citizens For Europe verantwortet die wissenschaftliche und technische Durchführung der Umfrage. Die Branchenplattform Crew United verbreitet die Umfrage in ihrem umfassenden Filmschaffenden-Netzwerk und zahlreiche bekannte Filmschaffende rufen zur Teilnahme auf.

#AFROZENSUS: Schwarze Lebensrealitäten erfassen

In Deutschland leben über eine Million Schwarzer, afrikanischer, afrodiasporischer Menschen. Ab dem 19. Juli können sie beim #AFROZENSUS,der ersten groß angelegten Onlinebefragung zur Erfassung ihrer Lebensrealitäten, Diskriminierungserfahrungen und Perspektiven, mitmachen. Ziel ist, mit den Ergebnissen die Schwarzen Communities in Deutschland zu empowern und konkrete politische Maßnahmen gegen rassistische Diskriminierung und zur Förderung der Schwarzen Communities voranzutreiben.

Gefördert von der Antidiskriminierungsstelle des Bundes ist #AFROZENSUS ein Projekt von Each One Teach One (EOTO) und Citizens For Europe in Kooperation mit dem Deutschen Institut für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM). In den letzten Wochen erhielt der #AFROZENSUS sehr große Medienaufmerksamkeit.