Wir informieren. Wir beraten. Wir begleiten.


Seit 2020 arbeitet CFE im Kompetenznetzwerk Antidiskriminierung und Diversitätsorientierung mit dem Antidiskriminierungsverband Deutschland (advd) und der RAA Berlin zusammen. Das Netzwerk hat sich im Rahmen des Bundesprogramms “Demokratie leben!” die Aufgabe gegeben, bundesweit den Fachdiskurs zu den Themen Antidiskriminierung, Gleichstellung und Diversitätsorientierung voranzubringen und staatliche und nicht-staatliche Organisationen darin zu unterstützen, Diskriminierung vorzubeugen, zu erkennen sowie zu adressieren und abzubauen. Auch sollen die Akteur:innen gestärkt werden mit gesellschaftlicher Diversität besser umzugehen und mit wirksamen Strategien ihre Organisationen repräsentativer und inklusiver zu gestalten.

Das Kompetenznetzwerk zeichnet sich durch ein machtkritisches, intersektionales und strukturelles Verständnis von Diskriminierung aus, das sich gleichzeitig gegen individuelle, institutionelle sowie strukturelle Diskriminierung richtet.

Das Kompetenznetzwerk entwickelt wirksame Ansätze und Strategien

  • zur Auseinandersetzung mit Diskriminierung in konkreten Situationen
  • zur Gestaltung von Diversität durch die Weiterentwicklung von Organisationen und Strukturen und
  • zur Entwicklung von strukturellen Maßnahmen aus Führungsperspektive und zur Erhebung von Gleichstellungsdaten.

Der Fokus der Arbeit von CFE im Netzwerk liegt auf dem letzten Punkt – strategischen und strukturellen Ansätzen aus Führungsperspektive.

Bild KNAD

Handlungsleitende Fragen unserer Arbeit sind

  • Wie lässt sich Diskriminierung und Repräsentation erfassen?
  • Welche strukturellen Hürden und institutionellen Diskriminierungsmechanismen können identifiziert und durch rahmengebende Faktoren abgebaut werden?
  • Wie können zukünftige Führungskräfte aus rassistisch diskriminierten Communitys gewonnen und befähigt werden?
  • Welche Handlungsmöglichkeiten gibt es auf der rechtlichen und der strukturellen Ebene, um Repräsentation und Teilhabe nachhaltig zu fördern?

Bis Ende 2024 hat CFE im Rahmen des Kompetenznetzwerks drei Schwerpunkte:

  • Erhebung von Antidiskriminierungs- und Gleichstellungsdaten – z. B. innerhalb von Organisationen oder im Rahmen von Communitybefragungen.
  • Konzipierung und Umsetzung von Inclusive Leadership Trainings für unterrepräsentierte Gruppen v. a. People of Color und Schwarze Menschen.
  • Diskursbeiträge zu positiven Maßnahmen, also der gezielten und strukturierten Förderung unterrepräsentierter Gruppen.

Das Kompetenznetzwerk bietet Fachberatung, Vernetzung, Quantifizierung, Qualifizierung und eigens entwickelte Handlungsansätze, Methoden und Fachstandards im Themenfeld Antidiskriminierung und Diversitätsorientierung an, macht diese innerhalb und außerhalb des Bundesprogramms bekannt und sorgt für einen nachhaltigen, bundesweiten Transfer der gebündelten Expertise. Für Anfragen zu unserer Arbeit erreichen Sie das CFE Team unter vielfalt@citizensforeurope.org für Fragen zum Kompetenznetzwerk erreichen Sie uns über die Netzwerkkoordinatorin Iréne Servant (irene.servant@raa-berlin.de)

Wie divers ist die deutschsprachige Film- und Fernsehbranche? Wer ist wie repräsentiert und wer nicht? Welche Ausschlüsse und prekäre Arbeitsverhältnisse gibt es und wie können wir die Entwicklung eines inklusiven Arbeitsumfeldes in der Filmbranche vorantreiben? Die Initiative und Onlinebefragung Vielfalt im Film (ViF) war die erste umfassende Erhebung von Antidiskriminierungs- und Gleichstellungsdaten in der deutschsprachigen Film- und Fernsehbranche. Über 6.000 Filmschaffende in ihren 440 Berufen nahmen an der Online-Umfrage teil. Damit liegen nun erstmals umfassende Daten zu ihren Erfahrungen bzgl. Vielfalt und Diskriminierung vor und hinter der Kamera vor. Die Ergebnisse von Vielfalt im Film deuten darauf hin, dass Diskriminierung die deutsche Filmbranche durchzieht und die Teilhabe von Filmschaffenden mit unterschiedlichen Vielfaltsbezügen einschränkt. Die Umfrage lief von Mitte Juli bis Ende Oktober 2020.

 

„Vielfalt ist eine Bereicherung für Alle und besonders in der Filmbranche ist ihre Repräsentanz relevant – für den Erfolg der Produktionen, für das Selbstverständnis des Publikums und die Entfaltung künstlerischer Freiheit“, so Martin Wilhelm, Geschäftsführer von Citizens For Europe gUG (CFE). Es ist zentral, dass die Vielfalt der Gesellschaft sich vor und hinter der Kamera wiederfindet, dass alle, die Filmförderung durch Steuergelder, Rundfunkbeiträge und Filmabgaben mitfinanzieren, sich auch in den entstehenden Produktionen repräsentiert sehen.“

Das  Filmgeschäft ist von wirtschaftlichen Interessen, prekären Arbeitsbedingungen und Diskriminierung geprägt. Bereits vor der #MeToo-Debatte wurde in einer Befragung „GENDER UND FILM“ unter Filmschaffenden im Jahr 2016 Diskriminierung aufgrund von Geschlecht als zentrales Problem in Deutschland benannt. Seitdem ist die Debatte dringlicher geworden: Initiativen wie ProQuote Film, aber auch Selbstorganisationen von Gruppen mit Rassismuserfahrung sowie Vertretungen von Menschen mit Behinderung/Beeinträchtigung kritisieren die Marginalisierung von Frauen, Menschen mit Behinderung, aus LGBTIQ* Gemeinschaften, Menschen mit Rassismuserfahrung, mit benachteiligten sozialen Status sowie aus den Ost-Bundesländern im Filmgeschäft.

 

Die erste umfassende Befragung in der deutschsprachigen Film- und Fernsehbranche.

Mit dem Ziel in der Film- und-und Fernsehbranche einen Beitrag zur Entwicklung eines inklusiven, gerechten und wertschätzenden Arbeitsumfelds zu leisten, hat ein breites Bündnis zivilgesellschaftlicher, privater und öffentlicher Organisationen die Initiative Vielfalt im Film (ViF) ins Leben gerufen. „Die Förderung von Vielfalt ist ohne den Abbau von Diskriminierung nicht zu erreichen und der Abbau von Diskriminierung ohne eine fundierte Erhebung von Diskriminierungserfahrungen und deren strukturelle Dimension kaum möglich. Wir brauchen aussagekräftige Daten über die Gesamtsituation“, betont Daniel Gyamerah, Bereichsleiter unseres Bereich Advocating for Inclusion.

Wer ist vertreten? Wer fehlt? Wie häufig sind welche Formen von Diskriminierungen? Zum ersten Mal wurden über 30.000 Filmschaffende im deutschsprachigen Raum (Deutschland, Österreich und der Schweiz) befragt, welche Perspektive und Erfahrungen sie in Bezug auf Chancengerechtigkeit, Vielfalt und Diskriminierung haben. Die Onlinebefragung stützte sich auf die Expertise und vielfältige Erfahrungen der Filmschaffende. Es gab daher Fragen zum Arbeitsklima, zur Berufssituation vor und hinter der Kamera, Fragen zu ihrer Einschätzung von Maßnahmen zur Förderung von Gleichstellung, Inklusion und der Berücksichtigung des Lebensalters. Außerdem wurden die Befragten dazu eingeladen, sich über etwaige eigene Diskriminierungserfahrungen entlang aller Vielfalts- und Diskriminierungsdimensionen des Allgemeinen Gleichstellungsgesetzes (AGG) zu äußern – also in Bezug auf das Geschlecht, ethnische Herkunft/rassistische Diskriminierung, Alter, Behinderung, sexueller Identität, Religion oder Weltanschauung – sowie zusätzlich in Bezug auf den sozialen Status und eine westdeutsche/ ostdeutsche Sozialisation. 

 

Empfehlungen für den Abbau von Diskriminierungen

Die Befragung wurde von Citizens For Europe gUG (CFE) unter Nutzer*innen von CrewUnited durchgeführt, zusammen mit den Initiator*innen von Vielfalt im Film konzipiert und u.a. durch die Antidiskriminierungsstelle des Bundes gefördert. Wissenschaftlich betraut mit der Befragung war das Vielfalt-entscheidet-Team von CFE.

Auf der Grundlage der Ergebnisse wurden geeignete und gezielte Maßnahmen zur Inklusion, zur Verbesserung der Chancengerechtigkeit und des Arbeitsklimas vorgeschlagen. Die Empfehlungen wurden der Politik und Hauptakteuren der Filmbranche zur Verfügung gestellt, damit sie die Expertise und Einblicke aus dem Arbeitsalltag der Filmschaffende als Ressource für strategische Entscheidungen nutzen, um Diskriminierung abzubauen und ein gerechtes und wertschätzendes Arbeitsklima zu fördern. 

Vielfalt im Film wurde unter anderem durch die Antidiskriminierungsstelle des Bundes finanziell unterstützt.

https://vielfalt-im-film.de/

 

 

In Deutschland leben über eine Millionen Schwarzer, afrikanischer, afrodiasporischer Menschen. Der #AFROZENSUS ist die erste groß angelegte Onlinebefragung zur Erfassung ihrer Lebensrealitäten, Diskriminierungserfahrungen und Perspektiven. Ziel ist, mit den Ergebnissen die Schwarze Communities in Deutschland zu empowern und konkrete politische Maßnahmen gegen rassistische Diskriminierung und zur Förderung der Schwarzen Communities voranzutreiben. Gefördert von der Antidiskriminierungsstelle des Bundes ist #AFROZENSUS eine Kooperation von Citizens for Europe gUG, Each One Teach One (EOTO) und dem Deutschen Institut für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM).

„Bis jetzt stellt die Politik in Frage, dass Anti-Schwarzer Rassismus überhaupt relevant ist. Die Lebensrealitäten Schwarzer Menschen in Deutschland werden oft einfach nicht gesehen. Sie stehen bisher weder im Fokus der Wissenschaft noch der Politik. Das wollen wir ändern, indem wir zum ersten Mal so viele Schwarze Menschen wie möglich befragen“, erzählt Daniel Gyamerah, der Leiter unseres Bereichs „Advocating for Inclusion“, bei einem Taz-Interview.

Die  Umfrage #Afrozensus soll erstmals ein möglichst umfassendes Bild über die Communities ergeben – wie sie ihr Leben in Deutschland einschätzen und welche Erwartungen sie an die Gesellschaft und Politik haben. Auf der Grundlage der Ergebnisse werden der deutschen Politik konkrete Empfehlungen zum Abbau rassistischer Diskriminierung und zum Schutz und Förderung Schwarzer Menschen in Deutschland unterbreitet. Die Ergebnisse werden auch den Community zur Verfügung gestellt. So erlangt eine der jüngsten und stark von intersektionaler Diskriminierung betroffene Bevölkerungsgruppen in Deutschland endlich die Aufmerksamkeit, die für eine bessere Interessenvertretung notwendig ist. 

Für das von der Antidiskriminierungsstelle des Bundes im Rahmen der UN Dekade für Menschen afrikanischer Herkunft geförderte Projekt kooperiert Citizens For Europe gUG mit Each One Teach One (EOTO) e.V und dem Deutschen Institut für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM). Das Forschungsteam von unserem Bereich Advocating for Inclusion, setzt sich auf Expert*innen der diskriminierungskritischen Forschung und Beratung zusammen, die einen menschenrechtsbasierten und intersektionalen Ansatz verfolgen. Mit dem #AFROZENSUS wollen wir gemeinsam aufzeigen, was die Schwarze Communitiess brauchen, um in Deutschland gleichberechtigt zu leben.

 

Eine Erhebung von der Community für die Community

Der #AFROZENSUS ist vom Black Census Projekt in den USA inspiriert, an dem 30.000 Afroamerikaner*innen teilgenommen haben sowie von der europaweiten Studie Being Black in Europe der Agentur der Europäischen Union für Grundrechte. Der Fragebogen beinhaltet Fragen über den demografischen und sozio-ökonomischen Hintergrund der Befragten (z.B. Alter, Wohnort, Einkommen, Geschlecht, diasporischen Bezüge, usw), Fragen über Diskriminierungserfahrungen (z. B. zu Racial Profiling oder im Gesundheitssektor), über das Rechtsbewusstsein der Befragten und zur Sichtbarmachung des gesellschaftlichen Beitrags (z. B. Kennst du deine Rechte und entsprechende Beratungsstellen? Welchen Organisationen vertraust du – von Gewerkschaften bis zu Parteien?), sowie Fragen über Diskriminierungsbereiche und Handlungsbedarfe (z.B. wie umfassend schätzt Du die Diskriminierung im Bereich Bildung, Gesundheit, Arbeit, Polizei & Justiz ein? Wo erlebst Du Sie am stärksten?). Außerdem wird auch nach Forderungen an die Politik gefragt.

Wir machen hier eine Erhebung von der Community für die Community. Die Teilnahme ist selbstverständlich freiwillig und der Datenschutz ist gewährleistet, alle Rohdaten bleiben in der Hand der Schwarzen Community, liegen auf geschützten Servern der Schwarzen Community und so weiter.“, betont Daniel Gyamerah. Als gemeinsam für die Datenverarbeitung Verantwortliche  (Art. 26 DSGVO) halten sich EOTO e.V. und CFE gUG an die Datenschutz-Grundverordnung (DS-GVO) und das Bundesdatenschutzgesetz (BDSG).

Der Bericht soll Ende 2020 vorliegen.

https://afrozensus.de/

Bisher gibt es kaum quantitative und qualitative Erhebungen, die Auskunft über Diskriminierung, Zugangsbarrieren und Aufstiegsmöglichkeiten für von Diskriminierung betroffene Personen in Parteien geben. Mit einer qualitativen Erhebung zu Diskriminierungserfahrungen innerhalb der Partei Bündnis 90 / Die Grünen, ist Vielfalt entscheidet – Diversity in Leadership im Auftrag des Bundesvorstandes der Partei einen ersten Schritt gegangen, spezifische Erkenntnisse über die Mechanismen von Ausschlüssen sowie wirksame Maßnahmen zur Inklusion bei den Grünen zu erlangen.

Die Forderung nach Inklusion und umfassender gesellschaftlicher Teilhabe diskriminierter Gruppen betrifft alle Bereiche der Gesellschaft. Besondere Bedeutung hat sie in Bezug auf die Repräsentativität von Parteien. Der Anteil von Parteimitgliedern sowie Amts- und Mandatsträger*innen mit Diskriminierungserfahrung ist in Deutschland jedoch sehr gering. Insbesondere Personen mit Rassismuserfahrung sind in der deutschen Parteienlandschaft unterrepräsentiert.

Vielfalt entscheidet – Diversity in Leadership wurde vom Bundesvorstand von Bündnis 90 / Die Grünen beauftragt qualitative Erhebungen durchzuführen, um die internen Strukturen zu beleuchten. Die Fokusgruppen hatten das Ziel, ein besseres Verständnis von Diskriminierungserfahrungen und Vielfaltsdynamiken innerhalb der Partei zu erlangen. 

Was wir gemacht haben

In vier Fokusgruppen haben im Herbst 2020 Teilnehmende, die auf Bundes-, Landes- oder Kreisebene ein Amt oder Mandat innehaben oder anderweitig stark innerhalb der Partei engagiert sind, ihre Erfahrungen mit Diskriminierung innerhalb der Partei geteilt. Sie sind über ihre Erfahrungen ins Gespräch gekommen und haben sich darüber ausgetauscht, welche Strukturen inklusiv und stärkend wirken und was sie von der Partei erwarten. Im Rahmen der Fokusgruppen haben wir die Diskriminierungsdimensionen Rassismus, Hetero- und Cis-Sexismus sowie Klassismus, und wie diese intersektional wirken, betrachtet. Die Dimension Rassismus wurde in einer Fokusgruppe mit Personen, die auf Landes- und Bundesebene aktiv sind und in einer weiteren Fokusgruppe mit Personen, die auf der Kreisebene aktiv sind, behandelt.

Teilgenommen haben Personen, die von der jeweilig besprochenen Diskriminierungsform selbst betroffen waren, wodurch wir Räume geschaffen haben, in denen offen über individuelle Erfahrungen mit Diskriminierung in der Partei gesprochen werden konnte. Um viele unterschiedliche Perspektiven auf das Thema zu hören, haben wir zudem auf intersektionale Erfahrungen und eine Vielfalt in Bezug auf u.a. Alter, Region, Geschlechtsidentität, Community-Anbindung innerhalb der Gruppen geachtet. Die Fokusgruppen wurde aufgrund der Einschränkungen durch die Pandemie online durchgeführt, was die Teilnahme von Parteimitgliedern aus dem gesamten Bundesgebiet erleichtert hat. So waren Personen aus 11 Bundesländern vertreten. Das Online-Format hat zudem eine generelle zeitliche Flexibilität begünstigt, sodass Personen mit Sorgeverantwortung oder eingeschränkter Mobilität und Personen innerhalb oder am Rande ihrer Arbeitszeit einfacher teilnehmen konnten.

Vorreiter*in für strukturelle Veränderung

Die Ergebnisse der Fokusgruppen geben Aufschluss über strukturelle Diskriminierung, Zugangsbarrieren, aber auch über Strategien des Verbleibs und Aufstiegs von diskriminierten Gruppen in der Partei. Darüber hinaus beinhalten die Ergebnisse konkrete Forderungen der Teilnehmenden der Fokusgruppen an die Partei, um Barrieren abzubauen, Teilhabe zu ermöglichen und das Empowerment von diskriminierungserfahrenen Menschen in der Partei zu fördern. Die anonymisierten Ergebnisse der Fokusgruppengespräche dienten als Vorbereitung für das „Vielfaltsstatut“, das am Parteitag im November 2020 in Anlehnung an das Frauenstatut, das sich die Partei 1986 gegeben hat und damit Vorreiter*in in Sachen parteipolitische Gleichstellung in der deutschen Parteienlandschaft wurde, beschlossen wurde. Im Vielfaltsstatut festgeschrieben wurde das Vielfaltsreferat in der Bundesgeschäftsstelle und der Diversitätsrat auf Bundesebene, die zuständig für die Entwicklung und Umsetzung von Maßnahmen zum Abbau von Diskriminierung und der Förderung von Teilhabe von (rassistisch) diskriminierten Gruppen sind. Der Fortschritt der strukturellen Veränderungen soll alle 2 Jahre wissenschaftlich evaluiert und auf der Bundesdeligiertenkonferenz vorgestellt werden.

Mit der Studie „Vielfalt entscheidet Thüringen“ entwickeln wir am Beispiel der Thüringer Landesverwaltung die deutschlandweit erste, differenzierte Vollerhebung in einer Landesverwaltung von Antidiskriminierungs- und Gleichstellungsdaten entlang aller Vielfalts- und Diskriminierungsdimensionen des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG). An dieser Erhebung werden etwa 20.000 Beschäftigte teilnehmen können.
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In den Kulturinstitutionen herrscht ein Repräsentationsdefizit. Den hochsubventionierten Einrichtungen gelingt es bisher nicht, genügend Menschen mit familiärer Migrationsgeschichte, People of Color, und Schwarze Menschen zu erreichen. Weder in Entscheidungspositionen noch im Publikum oder Programm entspricht der Anteil von Menschen mit familiärer Migrationsgeschichte ihrem Anteil an der Bevölkerung. Der Kultursektor steht vor der Herausforderung, als gutes Beispiel für Inklusion voranzugehen und die Vielfalt der Gesellschaft widerzuspiegeln. Wir begleiten diesen Öffnungsprozess und bieten dazu Forschung, Workshops und Beratung an.

Ende 2016 haben wir die Studie „Handlungsoptionen zur Diversifizierung des Berliner Kultursektors“  vorgelegt. Um mehr Diversität zuzulassen, empfahlen wir der Landesregierung u. a. die Entwicklung von Diversitätsstandards und die Errichtung eines Diversitätsfonds sowie die Schaffung einer Servicestelle Diversitätsfonds.

Unsere Empfehlungen fanden Eingang in den Berliner Koalitionsvertrag (S. 125). Unter dem Namen „Diversity.Arts.Culture – Berliner Projektbüro für Diversitätsentwicklung“ wurde die von uns empfohlene und konzipierte Servicestelle im April 2017 umgesetzt. Ziel des Projektbüros ist es, die gesellschaftliche Vielfalt im Berliner Kulturbereich abzubilden und Diskriminierung abzubauen.

Auch die Kulturstiftung des Bundes möchte mehr Diversität im Kultursektor ermöglichen. Dazu hat sie das bundesweite Programm „360° – Fonds für Kulturen der neuen Stadtgesellschaft“ aufgelegt. „Vielfalt entscheidet – Diversity in Leadership“ unterstützt und berät die Kulturstiftung u. a. bei der diversitätsorientierten Personalauswahl und indem sie in Vorträgen und Workshops der Kulturstiftung Kulturschaffende sensibilisiert.

Gerne beraten und unterstützen wir auch Sie bei der Diversifizierung Ihrer Einrichtung.

Mit der Studie „Diversität in öffentlichen Einrichtungen in Berlin – Erfahrungen und Kompetenzen auf Führungsebene“ entwickeln wir für die Berliner Verwaltung einen Vielfaltscheck. Wir möchten herausfinden, welche Strategien und Maßnahmen die Berliner Verwaltung zur Förderung von Chancengerechtigkeit und Vielfalt bereits nutzt und wie wirksam sie sind. Der Vielfaltscheck ermöglicht es erstmalig und umfassend, die Vielfalt in den Leitungspositionen der Berliner Verwaltung zu erfassen. Dabei definieren wir Vielfalt nicht nur über das Geschlecht oder den Migrationshintergrund, sondern beziehen weitere Dimensionen mit ein.

Durch unsere konzeptionelle und empirische Grundlagenforschung im Bereich der Erhebung von Gleichstellungsdaten in Deutschland, trägt die Studie zur Evaluierung des Berliner Partizipations- und Integrationsgesetzes bei.

Der Vielfaltscheck wird unter Einbeziehung unterschiedlicher Communities und Forscher*innen entwickelt und ermöglicht es, neben dem Geschlecht u. a. auch Diversitätsdimensionen wie People of Color / Menschen mit Rassismuserfahrungen in Datensätzen sichtbar zu machen.

Das Umfrageinstrument erfasst somit die Konturen von Diversität und formeller wie informeller Institutionalisierung von Gleichstellungspraktiken.

Da alle Verwaltungen vor der Herausforderung stehen, als gutes Beispiel für Inklusion voranzugehen und die Vielfalt der Gesellschaft widerzuspiegeln, können die gewonnenen Erkenntnisse der Berliner Verwaltung anschließend auf andere Bereiche und Bundesländer übertragen werden.

Kooperationspartner für die Studie ist das Berliner Institut für empirische Migrations- und Integrationsforschung (BIM) der Humboldt Universität, das uns wissenschaftlich berät.

Vielfalt entscheidet ist ein Projekt von Citizens For Europe. Citizens For Europe bindet seine Projekte in transnationale Partnerschaften und Netzwerken ein, um durch Austausch von Wissen, Strategien und guten Praxisbeispielen die lokale Projektumsetzung voranzutreiben.

 

Phase II: ab 2017

Citizens For Europe wird 2017 die zweite europäische Lernpartnerschaft zu Diversity in Leadership anstoßen, diesmal mit dem Schwerpunkt Gleichtstellungsdaten. Mit europäischen Organisationen und Expert*innen werden wir unterschiedliche Praktiken, Definitionen, Erhebungs- und Auswertungsmethoden sowie Advocacy-Ansätze kennenlernen und auf den Berliner und deutschen Kontext übertragen.

 

Phase I: 2014- 2015

In der ersten Phase der europäischen Lernpartnerschaft haben sich Organisationen aus Kopenhagen, Amsterdam, London, Dublin, Luxembourg, Stockholm, Reggio Emilia und Berlin zusammengefunden, die alle auf das Ziel hinarbeiten, mehr People of Color ins Topmanagement der öffentlichen und privaten Institutionen zu bringen. Das Netzwerk hat sich zu einer Community of Practice rund um das kanadische Projekt DiverseCity onBoard der Maytree Foundation entwickelt und in vier internationalen Arbeitstreffen in Berlin, London, Reggio Emilia und Kopenhagen über Best-Practice-Beispiele ausgetauscht.

Die vollständige Dokumentation der ersten Lernpartnerschaft finden Sie auf der Webseite: diversityinleadership.citizensforeurope.org

Seit 2016 wird das Netzwerk informell von Citizens For Europe weitergeführt. Zu den teilnehmenden Organisationen gehören:

Citizens For Europe (DE) – Lead Partner
DeutschPlus e.V. (DE)
Ministry of Family and Integration (LU)
Immigrant Council of Ireland (IE)
Diversity in Public Appointments (UK)
KVINFO (DK)
Fondazione Mondinsieme (IT)
Diversity onBoard Canada (CA)