Link- und Leseliste

für die Teilnehmenden der Infotour 2018
– 360° Fonds für Kulturen der neuen Stadtgesellschaft; Kulturstiftung des Bundes –

im Rahmen des Vortrags:

Wie ham‘ Sie‘s mit der Inklusion? – Pluralisierung von Kultureinrichtungen

Kwesi Aikins & Daniel Gyamerah

© Vielfalt entscheidet – Diversity in Leadership; Citizens For Europe (Stand: 15.02.2018)

 

Einführung

Diese Linkliste lädt ein, Vortragsinhalte multimedial zu vertiefen. Eine Vielfalt aus künstlerischen, wissenschaftlichen, aktivistischen und politischen Positionen macht deutlich, dass umfassende Inklusion nicht erst seit gestern auch von den Ausgeschlossenen selbst eingefordert wird. Die untenstehenden Analysen und Vorschläge sind essentiell für einen nachhaltigen Wandel im deutschen Kulturbetrieb.

 

1) Mind the Trap & Vernetzt Euch:

  • Intervention am Deutschen Theater: Mind the Trap am 9.1.2014 – hier wurde in die Konferenz „Mind the Gap – Zugangsbarrieren zu kulturellen Angeboten und Konzeptionen niedrigschwelliger Kulturvermittlung“ von Theatermacher*innen und -wissenschaftler*innen interveniert, deren überkommene Ideen von „audience development“ vor allem diskriminierende Stereotype über die Gruppen reproduzieren, die eigentlich als Publikum gewonnen werden sollen.

Hier die Kritik der Intervenierenden.

Video der Intervention:

 

 

Hier finden Sie einen Bericht über die „Mind the Gap“- Konferenz: „Warnung vor der Falle“

  • Aus dem Kreis der Intervenierenden formierte sich das Bündnis kritischer Kulturpraktiker*innen, das die während der Intervention angekündigte Konferenz an der Universität der Künste Berlin realisierte. Zentrales Anliegen war hierbei die Fokussierung auf praktische Lösungsansätze. Die Konferenz „Vernetzt Euch!“ wurde umfassend dokumentiert und Handlungsstrategien erarbeitet.

Konferenzvideo:

 

2: Diversifizierung des Kultursektors:

  • Autoren-Interview zum Buch: Creative Justice: Cultural Industries, Work and Inequality

 

3) Einführungen, Erklärungen, Interventionen:

  • Ta-Nehisi Coates über Worte, die nicht allen gehören:

  • Kulturelle Aneignung: Yellow Apparel – When the coolie becomes cool

  • Politik in Widersprüchen – die Autorin macht deutluch, dass es jenseits der kritischen Selbstpositionierung wichtig ist, über das Zusammenwirken, also die Intersektionalität, unterschiedlicher Diskriminierungsdynamiken und Privilegien zu reflektieren.

 

4. Vorlesungsreihe (Wintersemester 17/18):

 

5) Historische Hintergründe:

Rassismus hat in Deutschland Geschichte und Tradition – insbesondere die Kolonialzeit ist zum Verständnis sowohl der NS-Zeit als auch gegenwärtiger Rassismusdynamiken zentral.

Knapp 40-minütiger Dokumentarfilm über den von Deutschen verübten Genozid in Namibia und dessen Kontinuitäten bis in die Gegenwart. Interviewt wird unter anderem Israel Kaunjatike, der Vertreter der Herero in Deutschland:

Deutsch-Südwas? Erinnerung an einen deutschen Völkermord:

6) Comedy & Satire:

Humor kann die Absurdität alltäglicher Diskriminierung entlarven:

  • Was das Patriarchat versäumt hat. Die Autorin Schreibt: Sehr ernstgemeinte Satire, mit Disclaimer: Ich habe mal einen Text aus der ZEIT von Jochen Bittner, der mich so gar nicht überzeugt hat, umgeschrieben. 
  • Aamer Rahman: Reverse Racism

  • Datteltäter – Wenn Rassismus ehrlich wäre | Schule (Das Video mag für Aussenstehende überzogen wirken, speist sich aber größtenteils aus Alltagserfahrungen)

 

 

  • Was sind Mikroaggressionen?

  • Dinge, die weiße Deutsche zu Schwarzen Deutschen sagen:

  • White Fragility In The Workplace

 

7) Online-Ressourcen:

Die Webseite www.rassismusberlicht.de entstand im Rahmen der Erstellung eines zivilgesellschaftlichen Parallelberichtes an den UN-Antirassismusausschuss. Der Bericht zeigt auf, dass und wie rassistische Diskriminierung in das deutsche Bildungs- und Gesundheitsystem, in den Arbeitsmarkt und die Gesundheitsversorgung eingelassen ist. Er bietet Einblicke in die Erfahrungen von Sinti und Roma, als Muslimen diskriminierten Menschen, Schwarzen Menschen und LSBTQI of Color und zeigt konkrete Menschenrechtsverletzungen auf, denen diese und andere Gruppen durch rassistische Diskriminierung ausgesetzt sind. Die Webseite bietet Hintergrundberichte zu rassistischer Diskriminierung in Deutschland und enthält die Antwort der UN, die die Analysen des Parallelberichts in vielen Punkten aufgreift.

Die Webseite www.mangoes-and-bullets.org bietet Ressourcen für rassismuskritisches Denken und Handeln. Die umfangreiche, kommentierte Ressourcenliste bietet Links zu vielen Videos, Hörbeiträgen und Volltexten, die im Internet direkt und meistens kostenfrei abgerufen und verwendet werden können.

 

8) Bücher:

Die folgenden Bücher bieten einen Einblick in den Themenkomplex Diskriminierung und Ausschlüsse im Kulturbetrieb und machen deutlich, dass auch aus spezifisch rassismuskritischer Perspektive und aus dem Blickwinkel unterschiedlicher Communities in Deutschland schon seit Längerem über das Thema geschrieben wird. Die Bücher sind somit als Einladung zu sehen, vorhandenes Wissen wahr- und ernstzunehmen:

  • Ha, K. N., Samarai, N. L. al. & Mysorekar, S. (2016). re/visionen – Postkoloniale Perspektiven von People of Color auf Rassismus, Kulturpolitik und Widerstand in Deutschland (2nd ed.). Münster: Unrast.
  • Eggers, M., Kilomba, G., Pesche, P. & Arndt, S. (2009). Mythen, Masken und Subjekte: Kritische Weissseinsforschung in Deutschland (2nd ed.). Münster: Unrast.
  • Banks, M. (2017). Creative Justice: Cultural Industries, Work and Inequality. London ; NewYork: Rowman & Littlefield International.

Bereits 2012 von der Bachmann-Preisträgerin Sharon Dodua Otoo und der Leiterin von „Diversity.Arts.Culture – Berliner Projektbüro für Diversitätsentwicklung“ Sandrine Micossé-Aikins herausgegeben, untersucht dieses englischsprachige Buch die Erfahrungen diverser Kulturschaffender im deutschen Kunstbetrieb. Dieser Einblick kann gerade für diejenigen, die Theater und andere Kulturorganisationen mitgestalten, als hilfreiche Kritik- und Reflexionsfolie dienen:

  • Otoo, S. D. & Micossé-Aikins, S. (2012). The Little Book of Big Visions: How to Be an Artist and Revolutionize the World (1st ed.). Münster: edition assemblage.

Ein rassismuskritischer Worhshop in “Mitmach”-Buchform, der auch viele Verweise zu anderen Ressourcen bietet:

  • Ogette, T. (2017). exit RACISM: rassismuskritisch denken lernen (1st ed.). Münster: Unrast.

Die folgenden Bücher bieten ergänzende Einblicke in die strukturelle (Kolonial-)Gewalt, die deutschen Alltag prägt (Habermann) und in Alltagsrassismus in Deutschland (Kilomba):

  • Habermann, F. (2013). Der unsichtbare Tropenhelm. Wie koloniales Denken noch immer unsere Köpfe beherrscht (1. Auflage). Klein Jasedow: thinkOya.
  • Kilomba, G. (2016). Plantation Memories: Episodes of Everyday Racism (4th ed.). Münster: Unrast.